Der Morgan Club Deutschland - Eine kleine Historie

Die Anfänge unseres Automobilclubs führen uns in die Jahre 1970/71: Porsche bietet den 914, auch Volksporsche genannt, als 6-Zylinder mit 110 PS und 210 km/h Spitze an. Man kann einen Opel GT, Ford Capri und NSU-TT neu erwerben. Als letzte Überlebende britischer Roadster-Herrlichkeit gibt es noch MGB, MG-Midget oder TR 6 zu kaufen. Ach ja, und seit 1968 ist ein Morgan Plus 8 mit 8-Zylinder-Motor und 150 PS sowie seit 15 Jahren ein kleinerer Morgan 4/4 mit "Rundnasen"-Kühlerverkleidung auf dem Markt.

Mittlerweile besteht die Morgan-Familie aus dem 4/4 Sport, dem Plus 4, dem Roadster, dem Plus 8 nicht zu vergessen dem Aero. Einige Modelreihen stehen auch als 4-Sitzer zur Verfügung, einer Fahrt mit Familie und Freunden steht also nichts im Weg. Das wird ein wenig herausfordernder, wenn man der Eigner eines Morgan Three Wheelers ist. Dieses Modell mit drei Rädern erinnert an die Ursprünge der Morgan-Factory, denn eine Zeitlang waren die Morgan-Modelle ausschließlich 3-rädrige Fahrzeuge.

Nun weiss der Leser unserer Club-Geschichte ein wenig über den Mittelpunkt unseres Clublebens. Gerne gibt jedes Mitglied weitere Auskünfte über seinen "Moggi", wie unsere Fahrzeuge gerne genannt werden.

Da treffen sich also 1971, angelockt durch eine Anzeige in einer großen deutschen Autozeitung, acht engagierte Morgan-Piloten in Frankfurt am Main, um einen Autoclub, besser einen Morgan-Club zu gründen. Was sie dann auch mit großem Erfolg, wie wir heute wissen, taten. Sie verabschieden eine Satzung, die dem Club das Kürzel MCD verpasste und sahen als Leitlinien für das zukünftige Clubleben vor: Technik, Sport und Geselligkeit als Tätigkeitsschwerpunkte Treffen bundesweit und regional. Das war damals weit in die Zukunft gedacht, denn fast alles gilt auch heute noch.

1971 waren bundesweit etwa 55 Morgan zugelassen, der MCD hatte 18 Mitglieder, und im Herbst des Jahres fand ein erstes Treffen in der Nähe Bonns im kleinen, privaten Rahmen statt. Das erste "große" Clubtreffen wurde zu Ostern 1972 in Wolfenbüttel veranstaltet. 35 Personen nahmen teil. Die Presse wurde aufmerksam und berichtete über den Club. Im Herbst 1972 folgte dann die Einladung noch Bad Dürkheim zum ersten bundesweiten Herbsttreffen. 50 Teilnehmer, Clubmitglieder und Gäste mochten sich auf den Weg. 1973 gab es als Vorläufer der clubeigenen Mitglieder-Zeitschrift "Morgan Post" - die seit 1975 regelmäßig erscheint - einen Rundbrief mit aktuellen Informationen aus der noch kleinen, aber quirligen Clubszene sowie ein Werkstattverzeichnis fürs Handschuhfach.

Ebenfalls 1973 begann in Eckenroth/Hunsrück die Tradition der bundesweiten Frühjahrstreffen. Im gleichen Jahr, beim Herbsttreffen, wurde der Club in vier regionale Sektionen aufgeteilt: Norddeutschland einschliesslich Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rhein/Main-Gebiet und Süddeutschland. Mit der Regionalisierung wurde in erster Linie das Ziel verfolgt, die persönlichen Kontakte untereinander zu fördern und Clubveranstaltungen leichter und häufiger zu ermöglichen. In den Sektionen waren die Entfernungen halt kürzer und die Teilnehmerzahlen geringer. Dieses damals im Club kontrovers diskutierte Konzept hat sich über die Jahre bewährt und prägt auch heute noch den Club und sein Clubleben. 1975 zählte der MCD 32 Vollmitglieder, 5 Gastmitglieder und 41 Interessenten. Der Trend zu steigenden Mitgliederzahlen hielt an: 89 in 1977 / 130 in 1978 / 158 in 1979 / 202 in 1980. Heute, im Jahr 2017, hat unser Club über 1.100 Mitglieder, die je nach Wohnort den folgenden Sektionen angehören: Ost, Nord, MitteNord, Mitte, unMOGlich, Rhein/Main, Ländle, Bayern und Franken. Jede Sektion plant und gestaltet sehr eigenständig ihre Aktivitäten, wie Ausfahrten, Treffen, Rallyes, Feiern, usw. Überall finden jedoch auch regelmäßige Clubstammtische statt. Diese Stammtische, oft ohne Veranstaltungsprogramm, festigen den Zusammenhalt untereinander und werden gerne von Interessierten zum ersten "Beschnuppern" des MCD und seiner Mitglieder genutzt. Über Termine und Lokalitäten informiert die jeweilige Sektionsleitung gerne.

Überregional sind die traditionellen Frühjahrs- und Herbsttreffen seit den Anfängen des MCD die jährlichen Höhepunkte des Clublebens. Diese Treffen werden jeweils von einer Sektion ausgerichtet und vermitteln u.a. durch Touristik- Rallyes, Besichtigungen, Veranstaltungen sowie Speis und Trank die historischen, kulturellen und regional-typischen Eigenheiten der Gastgebersektion. Noch immer, trotz der Größe des Clubs und des begeisterten Zuspruchs kann man hier in freundlicher, entspannter und aufgelockerter Atmosphäre den MCD als "Familie" erleben.

Neben diesen beiden "großen" Treffen haben sich bundesweit weitere bedeutende Treffen und Veranstaltungen mit unterschiedlichen Ausrichtungen ihren Platz erobert. Sie sind sehr beliebt, gut besucht und locken stets auch viele "Sehleute" an. Organisation, Teilnahme und Unterstützung motorsportlicher Ereignisse sind ebenfalls Schwerpunkt der Clubaktivitäten. So werden z.B. Fahrsicherheitstrainings, Bergrennen und eine eigene Clubmeisterschaft durchgeführt bzw. ausgetragen, wobei es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem befreundeten Morgan Club MSCCD und Liebhaberclubs anderer historischer Automobile gibt. Der MCD präsentiert sich als großer Markenclub seit einigen Jahren erfolgreich auf historischen Automobilmessen in Deutschland, wie der Techno Classica in Essen und der Retro Classics in Stuttgart. Kontake zum MCD können über die in der Morgan Post oder im Club-Flyer genannten Personen, in erster Linie Sektionsleiter/innen, aufgenommen werden.

Wir laden alle Automobil-Freundinnen und -Freunde der Marke Morgan herzlich ein, den einmaligen und faszinierenden "morgan way of life" näher kennen und - wie es viele von uns erlebt haben - auch lieben zu lernen.

 

Morgan Club Deutschland e.V.

c/o Andreas Geissler-Nolting
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